Ebsteinsche Anomalie: Fehlgebildete und in die rechte Herzkammer verlagerte Trikuspidalklappe, oft in Verbindung mit einem Vorhofscheidewanddefekt (= ASD). Korrektur: ASD-Verschluss und Wiederherstellung oder Ersatz der Herzklappe.
echogen: Bei Ultraschalluntersuchung zu erkennen (z.B. eine bestimmte Struktur).
Echokardiographie: = Echokardiogramm; Ultraschalluntersuchung des Herzens.
EEG: Elektroenzephalographie.
Ehlers-Danlos-Syndrom: Störungen des Bindegewebeaufbaus, Herzfehler Mitralklappenprolaps.
Einstellung Individuelle Erprobung und Festlegung der wirkungsvollsten Dosis eines Medikaments oder einer Diät
Eisenmenger-Syndrom: Späteres Auftreten einer Zyanose bei Herzfehlern,die anfangs nicht mit Zyanose verbunden sind, z.B. Vorhof- oder Kammerscheidewanddefekt, offener Ductus. Die Zyanose entsteht durch den Anstieg des Lungengefässwiderstandes, der eine Umkehr eines vorher bestehenden Links-Rechts-Shunts in einen Rechts-Links-Shunt (= sog. Shuntumkehr) bewirkt. Folge: fixierter Lungenhochdruck; eine Operation des Herzfehlers ist ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr möglich.
Ejektionsfraktion: Anteil des Blutvolumens einer Herzkammer, der während der Anpassungsphase (Systole) ausgeworfen wird.
EKG: Elektrokardiographie.
Elektrode: 1. kleine Metallplättchen, die z.B. beim EKG und beim EEG den Übergang von elektrischen Potentialen an ein Aufzeichnungsgerät vermitteln. 2. dünner Draht mit Kopf, der beim Herzschrittmacher elektrische Impulse vom Schrittmachergenerator an das Herz weiterleitet.
Elektroenzephalographie (EEG): Durch das Anlegen von Elektroden am Kopf wird der Verlauf der Aktionsströme des Gehirns festgestellt und aufgezeichnet (= Elektroenzephalogramm).
Elektrokauter elektrisches Skalpell, das durch Stromfluss kleine Gefässe „verkocht“, so dass sie nicht bluten
Elektrokardiographie (EKG): Durch das Anlegen von Elektroden auf der Brust werden elektrische Potentiale vom schlagenden Herzen empfangen und als sog. Herzstromkurve aufgezeichnet (= Elektrokardiogramm), z.B. auf Papierstreifen. Zweck: Diagnose von Herzrhythmusstörungen, Feststellung der Mehrbelastung einzelner Herzabschnitte.
Elektrophorese: Laborverfahren (Auftrennung verschiedener Eiweisse im Blut), z.B. um eine vorliegende Entzündung zu entdecken.
Elektrophysiologische Untersuchung (EPU): Mapping; eingreifendes diagnostisches Verfahren zur Klärung von Herzrhythmusstörungen. Dabei wird mit mehreren Elektroden- Kathetern das EKG an verschiedenen Stellen im Herz abgeleitet, z.B. um eine akzessorische Leitungsbahn oder einen Tachykardieherd aufzufinden. Die Ergebnisse einer EPU sind Voraussetzung für eine Ablation.
Elektrolytlösung Salzlösung
Elektrotherapie Verfahren zur Behandlung von Krankheiten und Funktionsstörungen mit Hilfe von elektrischen Strömen bzw. elektromagnetischen Feldern und Wellen
Ellis-van-Creveld-Syndrom: Zwergwuchs infolge kurzer Röhrenknochen, sechsfingrige Hände und Füsse. Herzfehler: grosser ASD, AV-Klappenveränderungen.
Embolie: Plötzlicher Verschluss eines Blutgefässes durch verschleppte bzw. weggeschwemmte Blutgerinnsel (z.B. in Lunge).
EMG ElektroMyograGhie: Methode zur Registrierung der Aktionsströme im Muskelgewebe
endogen: Im Körper entstehend.
Endokard: Innerste Herzwandschicht, Herzinnenhaut. Diese dünne Zell- und Faserschicht kleidet die Herzhöhlen aus und bildet die Herzklappen.
Endokarditis: Entzündung der Herzinnenhaut. Die Ursache sind meist eingedrungene Bakterien, die sich an Stellen mit unnatürlicher Blutverwirbelung festsetzen und z.B. die Herzklappen zerstören können. Je nach vorliegendem Herzfehler unterschiedliches Risiko. Wichtig ist Vorbeugung (Prophylaxe).
Endokardkissen: Spezielles Gewebe, das sich während der Embryonalzeit entwickelt; hieraus entstehen während der weiteren Entwicklung die Herzklappen sowie benachbarte Abschnitte der Vorhof- und Kammerscheidewand.
Endokardkissendefekte: Entwicklungsstörungen im Bereich des Endokardkissens. Zusammenfassender Begriff für verschiedene Herzfehler, die vom kleinen Vorhofseptumdefekt (ASDI-Typ) bis zum AV-Kanal reichen.
Endoskop röhrenförmiges Instrument mit Objektiv, Beleuchtung und Kanälen z. B. zum Entnehmen von Gewebeproben
Endoskopie Untersuchung vor allem des Magen - Darm - Traktes mit dem Endoskop
Endothel: Dünne Zellschicht zur Auskleidung der Herzhöhlen und Blutgefässe.
Endstadium bei einer Organerkrankung Erkrankung, die zu einem endgültigen Versagen einer Organfunktion führt; Beispiele sind das Lungenemphysem, die Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung) und die familiäre polycystische Nierendegeneration
ENG ElektroNeuroGraphie; Untersuchungsmethode zur Bestimmung der Nerven-Leitungsgeschwindigkeit
Entzündung Reaktion des Körpers gegen schädliche Reize; Veränderungen in Folge einer Verletzung bei lebendem Gewebe; der entzündete Bereich wird einer kontinuierlichen Veränderung unterzogen, während der Heilungsprozess des Körpers das beschädigte Gewebe allmählich ersetzt; Entzündungen können Folge einer pathologischen Immunreaktion sein (z.B. bei autoimmunen Störungen)
Enzephalopathie (hepatische) Gehirnschädigung durch die Anhäufung von Giftstoffen bei einem Leberausfall, da kein ausreichender Abbau von Giftstoffen (v.a. Ammoniak) mehr erfolgt; Symptome: Depressionen, Müdigkeit, Antriebsschwäche, Bewegungsstörungen, Bewusstseinstrübung bis zum Koma
Enzyme Eiweisse, die Stoffwechselprozesse in den Zellen beschleunigen
Epikard: Dem Herzen aufliegendes Blatt des Herzbeutels (= Perikard), Teil der Aussenhaut des Herzens.
Epikutantest Hauttestung, zum definitiven Nachweis von Kontaktüberempfindlichkeiten
ERCP Endoskopisch Retrograde CholangioPankreatographie:Untersuchung zur Darstellung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege; unter leichter Betäubung wird ein Schlauch über den Mund in den Zwölffingerdarm eingeführt, die Abgänge mit Kontrastmittel dargestellt und im Röntgenbild betrachtet
Ergometer/Ergometrie: Belastungs-EKG.
Ergometrie Messung der Arbeitsleistung und der dabei auftretenden Veränderungen von Herz- u. Kreislauffunktion und Atmung unter dosierbarer Belastung
Ergospirometrie Untersuchung der unter körperlichen Belastung auftretenden Veränderung der Atmung
Ergotherapie zusammenfassende Bezeichnung für Beschäftigungs- und Arbeitstherapie
Erythropoetin körpereigenes Protein, an dessen Bildung zu 90 % die Niere beteiligt ist; es regt die Blutbildung an, fördert den Einbau des Eisens in das Blutfarbstoffmolekül und erhöht damit den Hb
Erythrozyten: Rote Blutkörperchen, transportieren Sauerstoff und Kohlendioxid.
Erythrozytenkonzentrat: Blutkonserve mit erhöhtem Erythrozytengehalt; wird durch Entfernung eines Teils des flüssigen Plasmas gewonnen. Wird bei Bluttransfusion verwendet, um den Empfänger nicht mit Blutflüssigkeit zu überladen.
Eupnoe: Gute, normale, gesunde Atemtätigkeit.
Eurotransplant Koordinierungszentrale (Zentralstelle) für die vermittlung von Spenderorganen für die Benelux-Länder, Deutschland und Österreich mit Sitz in Leiden/Niederlande; wurde 1967 gegründet
Eutrophie: Guter Ernährungszustand.
Evaluierungsuntersuchungen umfangreiche Voruntersuchungen im Transplantationszentrum; dienen der Abklärung des psychischen u. physischen Zustandes des Patienten und sind Voraussetzung zur Transplantation
ex vivo-Unterstützung Methode, bei der das Blut eines Patienten durch ein Ersatzorgan ausserhalb des Körpers (extrakorporale Unterstützung) geleitet wird und dieses die Funktion des kranken Organs teilweise übemimmt
Exkretion Ausscheidung
exogen: Von äusseren Faktoren beeinflusst oder verursacht.
Experimentelle Chirurgie noch nicht gesicherte chirurgische Therapieverfahren
Explantation Ausbau eines Organes oder Organteils
extrakardial: Ausserhalb des Herzens.
extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) künstliche Sauerstoffanreicherung des Blutes ausserhalb des Körpers
Extrakorporale Zirkulation: Standardverfahren der modernen Herzchirurgie; die Herz-Lungen-Maschine übernimmt die Pumpleistung des Herzens und die Atemfunktion der Lungen.
Extrasystole: Extraschlag des Herzens, tritt zusätzlich zur normalen Schlagfolge auf.
Supraventrikuläre E.: Reizursprung oberhalb der Herzkammern, im Vorhofbereich.
Ventrikuläre E.: Reizursprung in Herzkammern.
Extremitäten Gliedmassen; Arme und Beine