Hämatokrit: (Abkürzung HK, HKT): Anteil der festen Bestandteile (Blutzellen) am Volumen des Blutes.
Hämatologie Lehre von den Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe
Hämatom: Bluterguss; Ansammlung von Blut aus einem verletzten Blutgefäss im benachbarten Gewebe.
Hämodialyse Blutwäsche, Blutreinigungsverfahren
Hämodilution: Blutverdünnung. Vor Operation, um bei Blutverlust weniger Erythrozyten zu verlieren, um Thrombosegefahr zu verringern.
Hämodynamik: Blutströmungsverhältnisse.
hämodynamisch: Auf die Blutströmungsverhältnisse bezogen.
Hämoglobin: (Abkürzung Hb): Farbstoff der roten Blutkörperchen, der Sauerstoff bindet und transportiert.
Hämolyse: Zerstörung der roten Blutkörperchen durch Platzen.
Hämoptysis: Blutspucken oder -husten aus Rachen, Bronchien oder Lunge.
Hämorrhagie: Blutung.
Hämostase: Blutstillung durch Zusammenspiel verschiedener Faktoren.
Hb Hämoglobin; Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen, an den gebunden der Sauerstoff zu den verschiedenen Organen und Geweben transportiert wird; ein niedriger Hb macht sich bemerkbar durch verminderte Leistungsfähigkeit, Atemnot, Blässe und schnellen Herzschlag
Hegar-Stifte: Metallstifte unterschiedlicher Stärke, verwendet bei Herzoperationen zur Prüfung von Klappendurchmessern.
Heisse Rolle: Ist eine Anwendung in der Physiotherapie, bei der 2. Handtücher in einer speziellen Form gerollt werden und mit heissen ca.1/2 bis 3/4 Liter Wasser übergossen werden. Diese Rolle wird lokal an der Verspannung aufgedrückt und ist sehr wirksam gegen diese.
Heparin: Stoff, der die Blutgerinnung herabsetzt.
Hepatitis: "Gelbsucht", Leberentzündung.
Hepatosplenomegalie: Vergrösserung von Leber und Milz.
hereditär: Erblich, erbbar.
Hernie Aussackung, z. B. im Bereich der Bauchdecken nach einem operativen Eingriff, durch den die ursprüngliche Stabilität der Bauchwand beeinträchtigt wurde
Herzbeuteltamponade: Gefährliche mechanische Behinderung der Herzfunktion durch Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Perikarderguss).
Herzblock: Störung des Herzschlages infolge Unterbrechung des Reizleitungssystems; verzögerte oder ausbleibende Kammerkontraktion; AV-Block, Schenkelblock.
Herzdilatation krankhafte Ausweitung des Herzens bzw. seiner Innenräume
Herzfrequenz: Zahl der Herzschläge pro Minute (Herzpuls).
Herzgeräusche: Entstehen, wenn der Blutfluss über einer unregelmässigen Oberfläche oder einer Verengung eine kritische Geschwindigkeit überschreitet (= Abweichung von normalen Herztönen); Feststellung durch Abhören oder Phonokardiographie.
Herzhypertrophie: Herzvergrösserung.
Herzinfarkt Nekrose (= Absterben von Gewebe) von Herzmuskelgewebe, ausgelöst durch eine Mangeldurchblutung der entsprechenden Muskelschicht des Herzens
Herzinsuffizienz: Unzureichende Funktion des Herzens; es ist nicht mehr imstande, eine den Anforderungen entsprechende Blutförderleistung zu erbringen und alle Organe richtig zu durchbluten. Das Nachlassen der Pumpkraft führt zu Wassereinlagerungen (Ödeme).
Herzkatheteruntersuchung: Diagnoseverfahren, bei dem ein dünner Plastikschlauch (Katheter) in ein Arm- oder Beingefäss (meistens im Leistenbereich, bei Linksherzkatheter in Arterie, bei Rechtsherzkatheter in Vene) eingeführt und unter ständiger Röntgenkontrolle in das Herzinnere und die angrenzenden grossen Gefässe vorgeschoben wird. Zweck:
- Blutprobenentnahme zur Feststellung der Sauerstoffsättigung.
- Druckmessung in den Herzkammern.
- Kontrastmitteldarstellung von Herz- oder Gefässabschnitten, um Aussagen über Anatomie und Funktionsablauf des Herzens, Form und Beweglichkeit der Herzhöhlen und Klappen, Verengungen oder Undichtigkeiten der Klappen zu erhalten.
Die Ergebnisse der Untersuchung werden auf einem Film festgehalten.
Weitere Anwendungen: interventionelle Herzkatheteruntersuchung.
Herzklappen: Einwegventile am Ein- und Ausgang der rechten und linken Herzkammer.
1. Trikuspidalklappe (zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer).
2. Pulmonalklappe (zwischen rechter Herzkammer und Lungenschlagader).
3. Mitralklappe (zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer).
4. Aortenklappe (zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader).
Herzklappenoperation Ersatz funktionsuntüchtiger Herzklappen durch Herzklappenprothesen
Herzklappensprengung operative oder kathetertechnische Korrektur einer Herzklappenverengung durch Absprengung narbiger Verwachsungen
Herzklappenfehler: Undichtigkeit (= Insuffizienz) oder Verengung (= Stenose) einer Herzklappe; führt allmählich zu Herzinsuffizienz und Herzmuskelhypertrophie.
Herzklappenprothese: Als Ersatz für die eigenen Herzklappen:
1. biologische Herzklappen - Schweineklappen; - Modellierung aus Rinder- oder patienteneigenem Perikard (Carpentier- Edwards-, Ionescu-Shiley-Klappe).
2. mechanische Klappen aus Metall, Plastik oder Kohlenstofffasern - Kugelventilklappe (Starr-Edwards-Klappe); - Kippscheibenklappe (Björk-Shiley-Klappe); - Zweiflügelklappe (St.-Jude-Medical) Gabe von Gerinnungshemmern erforderlich.
3. menschliche Klappen (= Homograft) von Verstorbenen.
Herzkranzgefässe: (= Koronararterien) entspringen aus der Aortenwurzel (oberhalb der Aortenklappe), verlaufen aussen auf dem Herzmuskel und versorgen über feine Gefässe den Herzmuskel mit Blut und Nährstoffen.
Herz-Lungen-Maschine: Übernimmt während einer Herzoperation die Pumpfunktion der linken Herzkammer (Rollenpumpe) und die Atemfunktion der Lunge (Oxygenator); Blutwärmetauscher, um die Körpertemperatur konstant zu halten; evtl. mit Hypothermie. Ermöglicht eine künstliche Durchströmung des Körpers bei Ausschaltung der Herz- und Lungendurchblutung unter Aufrechterhaltung der Kreislauf-, Atmungs- und Stoffwechselfunktionen.
Herz-Lungen-Transplantation die kombinierte Implantation von Herz und Lunge eines Spenders in den Körper eines Empfängers
Herzminutenvolumen:: (= HMV) Blutmenge, die pro Minute vom Herz gepumpt wird (drückt die Pumpleistung des Herzens aus); Normalbereich sehr breit und altersabhängig.
Herzmuskelbiopsie winzige Gewebeprobe aus dem Herzmuskel; einzige sichere Methode, um eine Abstossungsreaktion nach einer Herzverpflanzung frühzeitig zu erkennen
Herzoperation:
- geschlossene H.: Eingriff bei schlagendem Herzen, z.B. Verschluss eines Ductus arteriosus oder Anlage eines aortopulmonalen Shunts.
- offene H.: Eingriff im Herzen selbst unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine.
Herzrhythmusstörung: Abweichung vom Rhythmus oder der Frequenz des Herzschlages. Ursache ist eine Störung der elektrischen Impulse im Herzen (Reizleitungssystem). Extrasystolen = zusätzliche Herzschläge; Tachykardie = erhöhte Herzfrequenz; Bradykardie = verlangsamte Herzfrequenz.
Herzschrittmacher: Kleines elektronisches Gerät, das mit dünnen Kabeln (Elektroden) am Herzen Stromimpulse abgibt, die beim Vorliegen von Herzrhythmusstörungen eine Anregung des Herzmuskels bewirken.
- Externer H.: (= ausserhalb des Körpers), z.B. wenn nach einer Operation für eine gewisse Zeit ein Schrittmacher erforderlich ist.
- Interner H.: (= innerhalb des Körpers), wenn ein Schrittmacher für längere Zeit erforderlich ist (z.B. bei bedrohlicher Bradykardie).
- Einpflanzen (= Implantation) meist unterhalb des Schlüsselbeins.
- Passagerer H.: vorübergehendes Anbringen z.B. in Phase nach Operation.
- Permanenter H.: dauerhaftes Einpflanzen.
Herztöne: Schallerscheinungen am Herzen, die bei der normalen Herzfunktion durch die Bewegung der Klappen und durch Muskelanspannung entstehen.
Herztransplantation: Das erkrankte/geschädigte Herz wird entfernt und durch das Organ eines verstorbenen Spenders ersetzt.
Heterograft: (= Xenograft): Klappentragende Gefässprothese (Conduit) aus synthetischem Material (Dacron, Goretex), die eine Herzklappe aus Schweineaorta oder Rinder- und Schweineperikard enthält.
Heterotaxie-Syndrom: Abnorme Lage der inneren Organe, schwerer Herzfehler.
heterotope Organverpflanzung Einpflanzen eines Organs an eine Stelle, die nicht der anatomisch korrekten Lage entspricht, zum Beispiel einer Niere in die Darmbeinschaufel
Hirntod tritt ein, wenn ein Mensch einen irreversiblen Verlust des Bewusstseins in Verbindung mit einem irreversiblen Verlust der Atmungsfäffigkeit erleidet; dieser Moment wird als Todeszeitpunkt eines Menschen definiert, obwohl das Herz noch schlägt; die Hirntod-Diagnose ist durch genaue Kriterien festgelegt
His-Bündel: Teil des Reizleitungssystems im Herzen. Bündel von speziellen Muskelfasern, das den elektrischen Impuls vom AV-Knoten zu den Herzkammern fortleitet. Teilt sich an der Kammerscheidewand in den rechten und linken Tawara-Schenkel.
Hirsutismus übermässiger Haarwuchs als Nebenwirkung von Immunsuppressiva
Histokompatibilität Gewebeverträglichkeit bei Transplantationen; Übereinstimmung der Gewebe von zwei verschiedenen Menschen in wichtigen Merkmalen bzw. Antigenen
Histokompatibilitätstest Test zur Untersuchung der Verträglichkeit zwischen Spender- und Empfängergeweben; beruht auf weitgehender oder völliger Übereinstimmung der HLA-Antigene und der klassischen Blutgruppen
HLA Human Leucocyte Antigen; genetisch festgelegte, d.h. vererbte Strukturen an der Oberfläche biologischer Membranen und im Plasma menschlicher Zellen; HLA-Eigenschaften bestimmen die Immunität, also die Fähigkeit, fremde bzw. „nicht-eigene“ Antigene zu erkennen; je grösser die Unterschiede der HLA-Eigenschaften bei Spender und Empfänger, desto grösser die Wahrscheinlichkeit einer Organabstossung nach der Transplantation
HLA-Kompatibilität Übereinstimmung der Gewebe von zwei verschiedenen Menschen in den sogenannten Humanen-Leukozyten-Antigenen (HLA), die für die Gewebeverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger eine besondere Bedeutung haben
HLA-Typisierung vor einer Transplantation werden verschiedene Oberflächenmerkmale bestimmt, die es Eurotransplant möglich machen, einem Empfänger ein möglichst gut passendes Spenderorgan zuzuordnen; eine gute Ubereinstimmung sichert u.a. das lange Überleben des Transplantats
HLM Herz-Lungen-Maschine; übernimmt für die Dauer der Herzoperation die Funktion von Herz und Lunge
HNO Abkürzung für das med. Fachgebiet Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
HLTx: Herz-Lungen-Transplantation.
Hochfrequenzablation: Ablation.
Holt-Oram-Syndrom: Fehlender bzw. dreigliedriger Daumen, evtl. Speichenverkürzung. Herzfehler: meist Vorhofseptumdefekt (ASD).
Hohlvene: (= Cava, Vena cava): Die obere Hohlvene leitet das sauerstoffarme Blut aus dem oberen Körperbereich (Kopf, Arme, Brustorgane), die untere Hohlvene das Blut aus dem unteren Körperbereich (Beine, Eingeweide) in den rechten Vorhof.
holosystolisch: Herzgeräusch, das während der gesamten Anspannungsphase (Systole) des Herzens zu hören ist.
Homograft: Klappentragende Gefässprothese (Conduit), die aus Aorta oder Lungenschlagader von Verstorbenen gewonnen wird. Wird meist zwischen einer Herzkammer und der Lungenschlagader eingesetzt.
Hospitalismus: 1. infektiöser Hospitalismus (im Krankenhaus erworbene Infektion). 2. psychischer Hospitalismus; Gefühlsmangelerscheinung z.B. durch lange Krankenhausaufenthalte. Symptome: körperliche und geistige Entwicklungsstörungen.
HTx: Herz-Transplantation.
Hufeisenniere angeborene Fehlbildung der Nieren; sie sind zusammengewachsen; dies muss aber nicht zu einer Erkrankung führen
Hydrotherapie Behandlung mit Wasser verschiedener Temperatur und Erscheinungsform z.B. flüssig, fest oder als Wasserdampf
Hypercholesterinämie erhöhte Konzentration von Cholesterin im Blut
Hypercholesterinämie: Erhöhte Konzentration des Cholesterins im Blut.
Hypertension: Erhöhte Spannung, z.B. erhöhter Blutdruck.
Hypertonie: Erhöhter Blutdruck; - pulmonale H. = Druckerhöhung im kleinen Kreislauf (Lungenhochdruck); - systemische H. = Druckerhöhung im grossen Kreislauf (Bluthochdruck).
Hypertrophie/hypertrophiert: Durch Mehrbeanspruchung bedingte Vergrösserung von Organen und Geweben durch Grössenzunahme der Zellen, z.B. Verdickung des Herzmuskels.
Hypertrophe (obstruktive) Kardiomyopathie (= HOCM): Vermehrung der Muskelmasse meist der Trennwand zwischen den Herzkammern oder der Herzkammerwand mit evtl. vorhandener Bindung des Blutflusses aus der Herzkammer.
Hyperplasie/hyperplastisch: Organvergrösserung durch krankhafte Zellvermehrung.
Hypoplasie/hypoplastisch: Anlagebedingte gestaltliche Unterentwicklung eines Organes oder eines Gewebes.
Hypoplastisches Linksherzsyndrom: Herzfehler mit Unterentwicklung der kompletten linken Herzseite (linker Vorhof, linke Herzkammer, Mitral- und Aortenklappe, Aorta).
Hypothermie: Künstliche H. in der Herzchirurgie: Eine Senkung der Körpertemperatur führt zu einer Herabsetzung der Stoffwechselvorgänge und zu einer Reflexdämpfung, so dass eine kurzfristige Unterbrechung der Blutzirkulation ohne Schädigung lebenswichtiger Organe durchgeführt werden kann. Kühlung durch Eis, Eiswasser, Kaltluft.
Hypotonie: Niedriger Blutdruck.
Hypoxämie: Herabsetzung des Sauerstoffgehaltes im arteriellen Blut.
Hypoxie: Sauerstoffmangel, Sauerstoffnot. Symptomenkomplex mit Atemnot, Unruhe, Verwirrtheit, Tachykardie, Blutdruckanstieg.