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| [Trauer] - Tanja Koslowski |
Information zu meiner Person:
Tanja Koslowski am 22.November 2001 an ihrer Krankheit gestorben.
ich bin 22 Jahre alt und war als Restaurantfachfrau in einem Hotel tätig. Ich habe geraucht und wenig Sport getrieben. Da mein Freund Trainer einer Damenmannschaft ist, habe ich letzten Sommer bei einem Trainingslager mitgemacht. Meine Kondition war eigentlich gar nicht so schlecht (hab ich gemeint), und die anderen Mädels haben mich auch immer gelobt, dass ich alles mitmache. Ich hatte nur Probleme beim Joggen, aber ich dachte, dass das nur davon komme weil ich eben kein Sport trieb. An diesem Tag war es ziemlich heiss und mir war wahnsinnig schwindelig. Da haben mir die anderen ein Planschbecken aufgestellt, damit ich mich abkühlen konnte. Da das Wasser sehr kalt war, hatte ich mich am nächsten Tag erkältet. Da ich annahm, dass dies eine ganz normale Erkältung war, behandelte ich sie auch so wie die anderen, nämlich gar nicht. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass etwas nicht mit mir stimmen musste! Mir fiel auf, dass ich grosse Probleme hatte in unsere Wohnung im 3. Stock zu kommen, ohne im Treppenhaus Pausen zu machen um nach Luft zu schnappen. Wenn ich mich nur ein bisschen anstrengte, wurde mir schwindlig. Zu dieser Zeit rauchte ich noch und ich beschloss damit aufzuhören. Dieses schaffte ich auch ohne Probleme, was ich nie für möglich hielt. Da ich dann auch noch immer so blass im Gesicht war, ging ich als erstes zu einer Heilpraktikerin, bei der ich schon länger in Behandlung war. Ich hatte Magenprobleme und zusätzlich Depressionen. Sie gab mir einen Eisensaft (?) und etwas für die Schilddrüse, aber es wurde nicht besser. Da die Luftnot immer schlimmer wurde ( musste 8 Pausen machen bei 36 Stufen!) und die Depressionen immer schlimmer wurden, versuchten wir es mit Kinesiologie und Akupunktur. Das half auch nicht. Am gleichen Abend ging es mir dann richtig mies bei der Arbeit. Ich bekam schon bei der kleinsten Tätigkeit keine Luft mehr. Ich dachte, hoffentlich kein Asthma. Heuschnupfen hatte ich ja auch schon. Als ich daheim war, musste mein Freund mich die Treppen hinauf tragen, weil ich fast keine Luft mehr bekam. Weil mein Freund 3-Schicht arbeitet, musste er abends zur Arbeit und kam morgens erst wieder nach Hause. Ich war also allein Zuhause und konnte nichts machen. Also ging ich ins Bett. Doch ich bekam immer schwerer Luft. Ich sprang auf, ging ans Fenster und wollte tief ein und ausatmen, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, es will keine Luft mehr rein und raus. Auf einmal wurde mir schlecht und ich ging auf die Toilette, aber ich musste nicht erbrechen. Ich fing an zu weinen und hatte grosse Angst. Da rief ich meine Mutter an und fragte sie um Rat. Sie meinte, dass ich gleich morgen früh zum Arzt gehen sollte. Dieser Überwies mich sofort ins Krankenhaus. Nach einigen Untersuchungen vermuteten Sie, dass ich PPH habe. Nach 4 wöchigem Aufenthalt wurde ich ins Klinikum Grosshadern überwiesen. Da ich in diesen 4 Wochen nicht aus dem Bett dürfte, bauten meine Muskeln so ab, dass ich erst wieder laufen lernen musste. Nach weiteren Untersuchungen kam mein behandelnder Arzt (Dr. Behr) auf mich zu und erklärte mir meine Krankheit. Er erzählte mir dann von der Ilomedin- Studie. Darauf hin fing ich an mit der Studie und musste dabei 6x tägl. Ilomedin/Iloprost inhalieren. Ich war mir auch ziemlich sicher, dass ich das richtige Medikament bekam. Ich hatte wieder rosige Backen und konnte wieder kleine Wege gehen. Doch der Schwindel wurde nicht besser. Ich litt unter schwerer Angst, so dass ich schon vor Angst kollabierte und Luftnot bekam. Es kam mal ein Psychotherapeut zu mir und gab mir Tabletten, doch die vertrug ich nicht und wollte daraufhin keine Tabletten mehr einnehmen. Ich wurde nach 4 Wochen mit Ilomedin entlassen. Ich wohnte nun bei den Eltern meines Freundes, da ich meine Hausarbeit nicht mehr machen konnte. Ich brauchte immer eine Person, die nach mir schaute, jemand der mich badete, für mich kochte, einfach für alles! Ich konnte nicht allein sein, weil ich immer wieder Ohnmächtig wurde, und mir immer so schwindlig war, dass sich das Zimmer schon hin und her bewegte. Als ich dann jeden Tag Ohnmächtig wurde, kam mein Hausarzt , welcher mich wiederum nach München überwies. Dr.Behr machte daraufhin wieder eine Herzkatheteruntersuchung, bei der ich etwas inhalieren musste. Er teilte mir mit, dass sich mein Herz und meine Lunge zwar gebessert haben aber ich nicht mehr so auf das Ilomedin/Iloprost reagieren würde. Bei der Untersuchung testeten sie auch noch das Medikament Dilzem und er sagte mir, dass ich dieses Medikament sehr gut vertragen würde. Somit fing eine neue Therapie mit diesem Medikament an, mit dem es mir bedeutend besser ging. Im Krankenhaus kümmerte sich auch eine Kunsttherapeutin um mich, welche mir Aquarellmalerei zeigte. Dies half mir sehr mich von meinem Zustand abzulenken und machte mir auch sehr viel Spass. Ich konnte immer mehr laufen ohne ausser Atem zukommen, ich kam sogar mit der Zeit 6. Etagen mit nur einer pause hoch (120 Treppen). Jetzt bin ich wieder Zuhause in meiner Wohnung. Ich nehme zur Zeit diese Medikamente ein: 3xtägl. 120mg Dilzem, 3xtägl. Aponal 10 gegen meine Angst und 2xtägl. Spiro comp. -ratiopharm Wassertabletten.
Mein Gesundheitszustand ist zur Zeit so:
- ich komme den 3. Stock hoch - ich kann manchmal mit zum einkaufen - ich kann mit kleinen Pausen auch kochen - und kleinere Hausarbeiten machen, etc.
Wenn ich meinem Körper zuviel zumute, bestraft er mich, indem er mir wieder Wasser anlagert und ich dann wieder drei Tage nichts mehr machen kann. Mein grösster Wunsch ist es wieder Fahrrad zu fahren, zu tanzen, usw. Da ich viele Freunde durch diese Krankheit verloren habe, und mich fast niemand besucht, bekam ich von meiner Mutter einen Computer mit Internetanschluss und bin richtig begeistert, weil ich auf eurer Seite gelandet bin.
Copyright: Text /März 2001

| Veröffentlicht von Administrator am Mittwoch, den 12.03.2003 um 15:14 Druckversion |
| Beitrag: [Trauer] - Tanja Koslowski | 1 Kommentar(e) | | | Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich. | Von: Gast Datum: 12.11.2005 Uhrzeit: 20:54 Uhr | Habe die ganze Geschichte von Tanja gelesen, bin sicher, das Tanja jetzt jede Treppe im Laufschitt meistert. Treppen sind für mich immer eine Brücke in den Himmel.
Alle liebe aus dem immer onnigen Lachen Heinz |
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katrin.r : Allen einen wunderschönen Frühling!
silbergold : Ich wünsche allen einen guten Rutsch in ein gutes, gesundheitlich erfreuliches neues Jahr
Svenja : ich wünsche allen frohe weihnachten
Renate M : Ich wünsche euch allen gesegnete Weihnachstage und ein gutes, gesundes und glückliches Neues Jahr
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