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| [LTx + Organspende] - Die Lungentransplantation | Geschenktes Leben
Wie kaum eine medizinische Innovation weckt die Transplantationsmedizin Hoffnung und Ängste. Auch 10 Jahre nach der ersten Lungentransplantation in der Schweiz ist der Eingriff keine Routine. Die Pneumologin PD Dr. Annette Boehler vom Universitätsspital Zürich beantwortet Fragen zur Lungentransplantation.
PD Dr. Anette Boehler Die Oberärztin am Universitätsspital Zürich findet, dass trotz der bereits enormen Fortschritte in der Lungentransplantation in Zukunft weitere Verbesserungen möglich sind
Wie lange ist die Wartezeit auf ein geeignetes Spenderorgan? Meistens 9 -12 Monate. Selten einmal geht es schneller; einzelne Patientinnen und Patienten warten bis zu 2 Jahre. Diese Zeit ist für die Betroffenen und ihre Familien oft sehr belastend, vor allem dann, wenn sich der Gesundheitszustand rasch verschlechtert und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Der Mangel an Spenderorganen in der Schweiz ist gravierend. In den letzten Monaten haben wir zwei Patienten auf der Warteliste verloren, da nicht rechtzeitig ein Spenderorgan zur Verfügung stand.
Wie ist der Erfolg einer Lungentransplantation? In erfahrenen Händen hat diese Therapie heute eine sehr gute Erfolgsrate. Am Zürcher Zentrum sind ein Jahr nach der Transplantation 90%, nach zwei Jahren fast 80% und nach acht Jahren 60% der Transplantierten am Leben. Die Schweizer Resultate sind im Vergleich zu ausländischen Transplantationszentren vor allem im Langzeitverlauf sehr gut. Für die Patientinnen und Patienten ist die neu gewonnene Lebensqualität, die deutlich verbesserte, körperliche Leistungsfähigkeit und die Wiederaufnahme einer aktiven Rolle in der Familie und am Arbeitsplatz.
Wie gross ist das Risiko? Das Risiko, an der Operation zu sterben, ist in erfahrenen Zentren klein, sofern der Zeitpunkt richtig gewählt ist. Postoperativ können jedoch Komplikationen auftreten. Im ersten Jahr sind dies vor allem akute Abstossungsreaktionen oder Infektionen.
Was geschieht nach der Transplantation? Für die Patienten beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Dank der wiedergewonnenen körperlichen Leistungsfähigkeit sind sie in der Lage, selbständig und aktiv ihr Leben an die Hand zu nehmen. Der längerfristige Erfolg ist stark abhängig von der regelmässigen und kompetenten Nachbetreuung am Zentrum. Diese wird von einem hoch spezialisierten Ärzte-Team sichergestellt. Ambulante Kontrollen in der Lungentransplantationssprechstunde gehören ebenso dazu wie regelmässige Lungenspiegelungen. Zudem legen wir grössten Wert auf eine intensive Patientenschulung.
Was bedeutet für Sie das finanzielle Engagement der Lungenliga Zürich am Lungentransplantationszentrum des USZ? Die finanzielle Hilfe der Lungenliga Zürich hat es uns ermöglicht, zusätzliche Aspekte in der professionellen Nachbetreuung unserer Patienten zu berücksichtigen. Die Lungentransplantationssprechstunde wird von einer ständig wachsenden Zahl von Patienten besucht. Einerseits werden immer mehr Patienten transplantiert und damit nachbetreut. Andererseits nimmt die Zahl der Vorabklärungen und damit derjenigen Patienten zu, die sich über eine Lungentransplantation informieren möchten. Nur dank der grosszügigen Unterstützung der Lungenliga konnten die dafür nötigen personellen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Wie bei neuen Therapieformen üblich, gehen auch bei der Lungentransplantation klinische Patientenbetreuung und wissenschaftlicher Fortschritt nahtlos ineinander über. So konnten wir dank der Lungenliga an zahlreichen internationalen Kongressen unsere wissenschaftlichen Resultate vorstellen und diese in internationalen Zeitschriften publizieren. Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen des ganzen Lungentransplantationsteams ganz herzlich für die mehrjährige grosszügige Unterstützung bedanken.
Anmerkung von B. Bosshard:
An dieser Stelle möchte ich, auch im Namen aller Transplantierten die in den Genuss dieser Nachbetreuung kommen, allen recht herzlich zu danken. Diese Unterstützung ist nicht selbstverständlich und wird deshalb von allen sehr geschätzt.
Lungentransplantation Lungen werden einseitig oder doppelseitig verpflanzt. Eine Transplantation wird notwendig, wenn sonstige therapeutische Massnahmen inklusive der permanenten Sauerstoff-Zufuhr nicht mehr helfen. Für Patientinnen und Patienten, die an einer zystischen Fibrose, einem Lungenemphysem, einer pulmonalen Hypertonie oder einer anderen, schweren Lungenerkrankung leiden, ist im fortgeschrittenen Stadium die Lungentransplantation die einzige noch mögliche Therapieform, die eine Besserung verspricht.
Weltweit wurden bis heute über 14 000 Lungentransplantationen durchgeführt. In der Schweiz erfolgte die erste Lungentransplantation 1992 am Universitätsspital Zürich. Inzwischen erhielten am USZ über 100 Patientinnen und Patienten eine neue Lunge. Die geringe Verfügbarkeit von geeigneten Spenderorganen führt dazu, dass Lungentransplantationen keine häufige Operation darstellen. In der Schweiz gibt es nur zwei anerkannte Zentren, die diese heikle und komplexe Therapieform beherrschen. Seit 1996 unterstützt die Lungenliga Zürich das Lungentransplantationsprogramm am Universitätsspital Zürich. Angst – Freude – Dankbarkeit: Der Maler R.H schenkt sein erstes Bild nach der geglückten Lungentransplantation dem Universitätsspital Zürich. http://artherrmann.ch
Copyright: Bericht: Frau PD Dr. Anette Boehler, USZ Zürich. Erschienen in: Zürich' AIR, Jahresmagazin der Lungenliga Ausgabe Nr.1/02

| Veröffentlicht von Administrator am Freitag, den 14.03.2003 um 17:59 Druckversion |
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